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Lost in Identität. Über Dilek Güngörs Roman „Ich bin Özlem“

Der Wochenendausflug auf Usedom mündet im Debakel. Während die Kinder schlafen, sitzen die lose befreundeten Eltern im Wohnzimmer des Ferienhauses und schlittern in den Affront. Von Brennpunktschulen mit hohem Ausländeranteil ist die... Weiterlesen

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Die Schuld vom Lande. Über Jochen Veits Roman „Mein Bruder, mein Herz“

Zugegeben, Jochen Veits Debüt mutet auf den ersten Blick harmlos an. Der Titel, die Gestaltung des Umschlags, die Inhaltsangabe – als Leser meint man zu wissen, was einen in „Mein Bruder, mein Herz“ erwartet: eine... Weiterlesen

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„Jetzt ist man Luft, schlechte Luft!“ Eine biographische Annäherung an Ulrich Boschwitz

In Zeiten von Erasmus-Austausch und Schengen-Abkommen klingt Ulrich Boschwitz’ Reise wie eine gelungene Studienkarriere: von Berlin nach Skandinavien, dann einen Sommer lang an die Pariser Sorbonne und zu Erholungszwecken nach Luxemburg.... Weiterlesen

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Der Zeichner, der in die Kälte kam. Über Elisa Shua Dusapins Roman „Ein Winter in Sokcho“

Als spiele er die Hauptrolle in einem Nouvelle-Vague-Streifen von Jean-Luc Godard, so steht er da, der Held des Romans, verloren, im Wollmantel, am Empfang einer Herberge im südkoreanischen Sokcho: „Mit gelangweilter Miene fragte er... Weiterlesen

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Okay und hübsch durch den Tag kommen. Über Philippe Garniers Essay „Lob der Lauheit“

In ihrem Song Heaven kürten die Talking Heads das Nicht-Ereignis 1979 zum paradiesischen Moment: „Heaven, heaven is a place, a place where nothing, nothing ever happens. It’s hard to imagine that nothing at all could be so exciting,... Weiterlesen

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Pen-&-Prosa. Über Apokalyptik als Denkfigur am Beispiel vom AKW Cattenom

„hold tight, get a grip, the whole world is going to hell“ (Get well soon) 2014 schrieb die Literaturwissenschaftlerin Eva Horn in ihrer kulturwissenschaftlichen Studie Zukunft als Katastrophe, dass „der apokalyptische Ton,... Weiterlesen

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Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (4) — Jean Sorrente, „Le Vol de l’aube“

Jean Sorrentes „Le Vol de l’aube“ (1995) erzählt von den belgischen Gebrüder Maintes, die sich 1939 freiwillig zur Wehrmacht melden. Wie man mit offenen Augen ins Unglück rennen und dabei gleichzeitig den Kopf in den Sand stecken... Weiterlesen

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Im Dreieck springen oder Wer gewinnt den Funktionskampf der Literatur?

Ein schönes Wort: Verlustzusammenhang. Im Juni 2017 schickte die Literaturzeitschrift Volltext ihren Fragebogen „Zum Geschäft der Literaturkritik heute“ an Andreas Breitenstein. Auf die Frage nach den größten Herausforderungen... Weiterlesen

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Nachts, halb vier in Deutschland. Über Max Wolfs Roman „Glücksreaktor“

Nachts, halb vier in Deutschland, im Sommer 1994: Fred tanzt, trinkt und schluckt Pillen. Voller Elan stürzt sich der 17-Jährige in das für ihn neue Nachtleben mit all seinen Versprechen – und wird im Laufe weniger Monate ebenso... Weiterlesen

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Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (3) — Roger Manderscheid, „Die Dromedare“

1973 erschien der „erste modernen Roman aus Luxemburg“, in dem der triste Büroalltag der Nachkriegsgesellschaft auf die sprachliche Experimentierfreudigkeit der Nachkriegsliteratur trifft. Hinter dem exotisch anmutenden Titel verbirgt... Weiterlesen

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Den Schuttberg erklimmen. Über Heinz Helles Roman „Die Überwindung der Schwerkraft“

„In diesem Augenblick erkannte A. wohl, daß er die Welt nie in den Griff bekommen würde.“ (Paul Auster, Die Erfindung der Einsamkeit) Der große Bruder in Heinz Helles Die Überwindung der Schwerkraft hätte das Zeug gehabt, ein... Weiterlesen

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Die Verkalkung. Von den Restbeständen des Pop-Journalismus

Winter 2018: Die Spex stirbt. Und Moritz von Uslar setzt folgenden Tweet ab: In der Welt der sicher nicht doofen Margarete Stokowski gibt es keinen Fun und keine Ironie. Und die gesamte Popkultur, von der ich komme – Iggy Pop, Sex... Weiterlesen

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„Die einfachsten Silben sind das“. Über Maruan Paschens Roman „Weihnachten“

Den tottraurigen Weihnachtsopa dürften die meisten noch im Gedächtnis haben. 2015 erregte die Werbung von Edeka die Gemüter, weil ein vereinsamter Großvater seinen Tod vortäuschte, um die Familie endlich wieder zusammenzubringen.... Weiterlesen

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Der Nachbar in der Sitzreihe 63. Über Christina Viraghs „Eine dieser Nächte“

„Airport 77“, „Mayday – Katastrophenflug 52“, „Blitzschlag im Cockpit“, „Snakes on a Plane“ – seit Jahrzehnten produziert Hollywood einen Flugzeug-Katastrophen-Film nach dem anderen. Seit... Weiterlesen

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Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (2) — Nikolaus Hein, „Der Verräter“

Nikolaus Heins klassische Novelle spürt dem Ursprung des modernen Luxemburg in der Belgischen Revolution von 1830 nach – und findet lauter Menschen, die Holländer, Belgier oder Preußen sein wollen. Nur ihr tragischer Held Matthäus... Weiterlesen

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„Ich hab versucht, alles zu erklären, irgendwie.“ Über Christian Torklers Roman „Der Platz an der Sonne“

Fast wäre man auf den ersten Seiten gewillt, Christian Torklers „Der Platz an der Sonne“ als einen der berüchtigten Berlin-Romane zu lesen, die alle öffentlich verdammen und heimlich lesen: „Die schlimmste Zeit in... Weiterlesen

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Mediebëtzeg 5/6: Stressfräi mam Télécran

An dëser Mediebëtzeg-Kolumne werfe mir ee Bléck op eng Zäitschrëft, déi op all zweetem Kichendësch läit: den Télécran. Mol gëtt se gelatzt duerchgebliedert, während ee waart, datt de Senseo-Kaffi duerchgelaf ass. Mol luusst ee... Weiterlesen

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Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (1) — Claudine Muno, „Frigo“

Literatur aus Luxemburg ist ein gut gehütetes Geheimnis, selbst in Luxemburg. Der Podcast „Bücher, die die Welt nicht kennt“ möchte dieses Geheimnis ein klein wenig lüften und lädt jeden zweiten Monat dazu ein, (ältere)... Weiterlesen

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Ein Haufen aus Geschichte und Geschichten. Über Franziska Hausers Roman „Die Gewitterschwimmerin“

Auf der letzten Seite hofft Tamara, vom Blitz getroffen zu werden, mitten im See, dort, wo sie immer schon untergetaucht ist, wenn es ihr zu viel wurde. Aber das Gewitter zieht vorbei, die Protagonistin in Franziska Hausers zweitem Roman... Weiterlesen

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Wer reitet so wild durch Lug und Trug? Über Philipp Schwenkes Roman „Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste“

Auch in „Winnetou II“ muss wie wild geritten, geschossen und gerettet werden. Die Figuren, für die Karl May weltberühmt wurde, verfolgen in diesem Buch einen Schwindler, der sich als Irrenarzt ausgegeben und den Sohn eines... Weiterlesen

Kritik

Institutsprosa, Urwaldgäste und Wüsteneinerlei. Über Eckhart Nickels Roman „Hysteria“

Mit Heyms Träumen stimmt etwas nicht. Mal kommen ihm in der Nacht Bilder davon, wie er sich schreiend mit einem marokkanischen Fensterputzer auf einem Fensterputzlift unterhält, mal träumt er „von einem Wald, in dem Tiere ohne Haut... Weiterlesen

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Über die sogenannte Wiedergabe der sogenannten Welt oder Einige Gründe gegen Geschichten

Neben einem perfekt geschürten Feuer sitzt Reinhold Messner, vor ihm die Besucher, hinter ihm die Bergmassive. Alles ist auf ihn ausgerichtet, denn es ist wieder Zeit für eines der „Gespräche am Feuer“, bei denen Messner, so steht... Weiterlesen

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Ein langes Ausatmen. Eindrücke aus dem Städtchen Cadaqués an der Costa Brava

Wer mit dem Flieger nach Barcelona reist, sieht bei gutem Wetter die Costa Brava, wie sie sich mal hinabschmiegt, mal hineinfräst ins Meer. Eine gute Viertelstunde vor der Landung auf dem Flughafen El Prat lässt sich mit etwas Glück... Weiterlesen

Kritik

Wir, die schwierigen Tiere. Zwei Essaybücher loten aus, wie nah sich Tier und Mensch sind

Sommer 2006: Edmund Stoiber erklärt auf einer Pressekonferenz den Unterschied zwischen Normal- und Problembären und rechtfertigt die Abschussgenehmigung für JJ1 alias Bruno. Kurz darauf vergleicht das Satire-Magazin Titanic Kurt Beck... Weiterlesen

Kritik

Eine Frauenbiographie zwischen Selbstzweifel und Souveränität. Über Fanny Wobmanns Roman „Am Meer dieses Licht“

Der Startpunkt dieses Romans ist Ratlosigkeit: „Wir wissen nicht, was sagen. Das Schweigen bringt die Flocken in Rage, und du schaust mir in die Augen. Da fange ich an, dir zu erzählen.“ Diejenige, die hier zum Erzählen... Weiterlesen

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