alleGesprächKommentarKritik
Gespräch

Bücherregale voller Idioten – Lukas Bärfuss im Gespräch

Gibt es eine spezifische Tragik in den Leben mittelalter Männer? In Malinois trifft man solche tristen Figuren an jeder Ecke an. Der Band versammelt Erzählungen der letzten beiden Jahrzehnte. Und es ist tatsächlich so, dass man... Weiterlesen

Kritik

Von wegen Ponyhof. Über Marieke Lucas Rijnevelds Roman „Was man sät“

In der ersten Szene reibt die Mutter die vier Kinder mit Eutersalbe ein, um sie gegen den Frost zu schützen. Eutersalbe – es ist eines von vielen Wörtern, an die man sich schnell gewöhnt in Marieke Lucas Rijnevelds Roman „Was man... Weiterlesen

Kommentar

1919. Die Collage eines Jahres

Revolution, Republik, Referendum – 1919 war in Luxemburg ein ereignisreiches Jahr, in dessen Verlauf die staatliche Ordnung, das nationale Selbstverständnis und die wirtschaftliche Ausrichtung in Frage gestellt wurden. Historik*innen... Weiterlesen

Kommentar, Kritik

Über Quallen – und ein wenig über Tom McCarthys Essayband „Schreibmaschinen, Bomben, Quallen“

Die Suchmaschine weiß Bescheid, auch darüber, wie wenig wir Bescheid wissen. Wer die Autovervollständigung der Google-Maske mit den Wörtern „Haben Quallen“ anfüttert, sieht, was sich die anderen Nutzer im Quallenkontext gefragt... Weiterlesen

Kommentar

Topophilia oder Die Liebe zur Landschaft in Zeiten der Klimakrise

 „… humiliated at how impossible it is to desire any Terrain in its interminable unfolding, ev’ry last Pebble, dip and rain-path.“ Thomas Pynchon Die Welt ist heil: Schafe, die die Form von Popcorn haben, grasen auf einer... Weiterlesen

Kritik

Einfrieren, um zu leben. Über Hendrik Otrembas Roman „Kachelbads Erbe“

Im Jahr 2019 könnte der Brief eines kalifornischen Start-Ups wie folgt beginnen, schließlich gehört das Versprechen ewigen Lebens zum Kern technologischer Mythologien: „Seit 1964 beschäftigt sich die Kryonik mit der Zukunft der... Weiterlesen

Kritik

Das Satzende als Versprechen eines Neuanfangs. Über Ocean Vuongs „Auf Erden sind wir kurz grandios“

„Du hues näischt méi héieren, näischt méi verstan.“ So beginnt Pol Greischs „Fir meng Mamm“ aus dem Jahr 2000, einer der literarischen Höhepunkte im Werk des luxemburgischen Schriftstellers. Der erwachsene Sohn schreibt der... Weiterlesen

Kritik

Keep müde and munter on. Über Yoko Tawadas Roman „Sendbo-o-te“

Auf einer Wiese hat er noch nie gespielt, der junge Mumey. Aber in seinem Innern hat er sich das Bild von einer „Wiese“ gemalt, das ihm als Ersatz dient. Immerhin. Seinen herbeiphantasierten Rasen hegt und pflegt er wie ein eifriger... Weiterlesen

Kritik

Schlafwandler oder Stratege? Oder Norbert Gstreins Roman „Als ich jung war“

Die Ethik der Geheimniskrämerei, um die es in Norbert Gstreins neuem Roman geht, hat vor mehr als zweihundert Jahren die Dichterin Sophie Tieck-Bernhardi präzise erfasst. 1810 schreibt sie in einem Aufsatz mit dem Titel... Weiterlesen

Kritik

Kieler Allerlei. Über Axel Milbergs Roman „Düsternbrook“

Nach der Lektüre von Axel Milbergs „Düsternbrook“ weiß der Leser so einiges: Der Platzwart vom Tennisclub hieß von Moltke und mochte Weißweinschorlen. Als der kleine Axel an der Ostsee war, steckte er sich einen Stein ins... Weiterlesen

Kritik

In den Fängen der Menschenhändler. Über Jorge Zepeda Pattersons Thriller „Milena“

Jubel wäre unter den „Drei Fragezeichen“ ausgebrochen, hätten sie sich in Jorge Zepeda Pattersons Szenario wiedergefunden. Der Fall, den der mexikanische Schriftsteller in seinem Roman „Milena“ ausbreitet, nimmt... Weiterlesen

Kritik

Atemlos durch das Jahr. Über Herbert Kapfers Roman „1919“

Am 7. Juli 1987 besuchte der Herausgeber und Autor Fritz J. Raddatz seinen Schriftstellerkollegen Walter Kempowski. Nach dem Treffen notierte Raddatz in seinem Tagebuch: „Dann zeigte er mir sein vollkommen absurdes, tickhaft... Weiterlesen

Kritik

Wie wir leben werden. Über Sina Kamala Kaufmanns Erzählband “Helle Materie”

Ronja, Paul, Jannik, Timo oder Lotte – ihre Figuren heißen, als seien sie einem Hauptstadt-Roman entlaufen und würden jeden Augenblick anfangen, über bodentiefe Fenster oder Bräunungsmittel für Parkettböden zu sprechen.... Weiterlesen

Kommentar, Kritik

Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (5) — Guy Rewenig, „Mass mat dräi Hären“

Es brennt im Luxemburg der 80er Jahre: die Stahlindustrie siecht dahin, der Sozialismus ebenso. Cattenom und der Kalte Krieg wetteifern darum, wer das Land als erster verstrahlt. Revolutionskünstler machen Werbung für den Staat,... Weiterlesen

Kritik

Lost in Identität. Über Dilek Güngörs Roman „Ich bin Özlem“

Der Wochenendausflug auf Usedom mündet im Debakel. Während die Kinder schlafen, sitzen die lose befreundeten Eltern im Wohnzimmer des Ferienhauses und schlittern in den Affront. Von Brennpunktschulen mit hohem Ausländeranteil ist die... Weiterlesen

Kritik

Die Schuld vom Lande. Über Jochen Veits Roman „Mein Bruder, mein Herz“

Zugegeben, Jochen Veits Debüt mutet auf den ersten Blick harmlos an. Der Titel, die Gestaltung des Umschlags, die Inhaltsangabe – als Leser meint man zu wissen, was einen in „Mein Bruder, mein Herz“ erwartet: eine... Weiterlesen

Kommentar, Kritik

„Jetzt ist man Luft, schlechte Luft!“ Eine biographische Annäherung an Ulrich Boschwitz

In Zeiten von Erasmus-Austausch und Schengen-Abkommen klingt Ulrich Boschwitz’ Reise wie eine gelungene Studienkarriere: von Berlin nach Skandinavien, dann einen Sommer lang an die Pariser Sorbonne und zu Erholungszwecken nach Luxemburg.... Weiterlesen

Kritik

Der Zeichner, der in die Kälte kam. Über Elisa Shua Dusapins Roman „Ein Winter in Sokcho“

Als spiele er die Hauptrolle in einem Nouvelle-Vague-Streifen von Jean-Luc Godard, so steht er da, der Held des Romans, verloren, im Wollmantel, am Empfang einer Herberge im südkoreanischen Sokcho: „Mit gelangweilter Miene fragte er... Weiterlesen

Kritik

Okay und hübsch durch den Tag kommen. Über Philippe Garniers Essay „Lob der Lauheit“

In ihrem Song Heaven kürten die Talking Heads das Nicht-Ereignis 1979 zum paradiesischen Moment: „Heaven, heaven is a place, a place where nothing, nothing ever happens. It’s hard to imagine that nothing at all could be so exciting,... Weiterlesen

Kommentar

Pen-&-Prosa. Über Apokalyptik als Denkfigur am Beispiel vom AKW Cattenom

„hold tight, get a grip, the whole world is going to hell“ (Get well soon) 2014 schrieb die Literaturwissenschaftlerin Eva Horn in ihrer kulturwissenschaftlichen Studie Zukunft als Katastrophe, dass „der apokalyptische Ton,... Weiterlesen

Kommentar, Kritik

Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (4) — Jean Sorrente, „Le Vol de l’aube“

Jean Sorrentes „Le Vol de l’aube“ (1995) erzählt von den belgischen Gebrüder Maintes, die sich 1939 freiwillig zur Wehrmacht melden. Wie man mit offenen Augen ins Unglück rennen und dabei gleichzeitig den Kopf in den Sand stecken... Weiterlesen

Kommentar

Im Dreieck springen oder Wer gewinnt den Funktionskampf der Literatur?

Ein schönes Wort: Verlustzusammenhang. Im Juni 2017 schickte die Literaturzeitschrift Volltext ihren Fragebogen „Zum Geschäft der Literaturkritik heute“ an Andreas Breitenstein. Auf die Frage nach den größten Herausforderungen... Weiterlesen

Kritik

Nachts, halb vier in Deutschland. Über Max Wolfs Roman „Glücksreaktor“

Nachts, halb vier in Deutschland, im Sommer 1994: Fred tanzt, trinkt und schluckt Pillen. Voller Elan stürzt sich der 17-Jährige in das für ihn neue Nachtleben mit all seinen Versprechen – und wird im Laufe weniger Monate ebenso... Weiterlesen

Kommentar, Kritik

Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (3) — Roger Manderscheid, „Die Dromedare“

1973 erschien der „erste modernen Roman aus Luxemburg“, in dem der triste Büroalltag der Nachkriegsgesellschaft auf die sprachliche Experimentierfreudigkeit der Nachkriegsliteratur trifft. Hinter dem exotisch anmutenden Titel verbirgt... Weiterlesen

Kritik

Den Schuttberg erklimmen. Über Heinz Helles Roman „Die Überwindung der Schwerkraft“

„In diesem Augenblick erkannte A. wohl, daß er die Welt nie in den Griff bekommen würde.“ (Paul Auster, Die Erfindung der Einsamkeit) Der große Bruder in Heinz Helles Die Überwindung der Schwerkraft hätte das Zeug gehabt, ein... Weiterlesen

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