Kommentar

Von Kanonen und Spatzen oder The Big D(ostojewski)

von Samuel Hamen
Juli 20, 2018 / 1 Kommentar

Ein Essay von Niklas Schmitt

Verbrechen und Strafe, Schuld und Würde, Tabu und Terror, oder kurz: Der Fall Schirach. Die Tatsache, dass Ferdinand von Schirach kein neues Programm verfolgt, indem er das individuelle Schicksal des Täters mit dem objektiven Recht der Bundesrepublik konfrontiert, um eine moralische Spannung zu erzeugen, und indem er eine spröde Sprache in pointierten ›Stories‹ – das heißt auf einen und nur einen Punkt hingeschriebenen Parabeln – verwendet, diese Tatsache macht sein Werk ebenso langweilig wie dia- und synchron vergleichbar.

Einerseits steht von Schirach in einer langen Tradition von Gerichtserzählungen, die ihren Anfang beim französischen Juristen François Gayot de Pitaval (1673-1743) hat, der zum ersten Mal Gerichtsakten erzählerisch darstellte, um ein Grundverständnis für das Strafrecht zu wecken. Pitaval nahm außergewöhnliche Rechtsfälle und trimmte sie für die Leser zurecht. Einher ging damit ein Blickwechsel weg vom Gericht hin zum Täter, was Friedrich Schiller zu seiner Erzählung Der Verbrecher aus verlorener Ehre (1786) anregen sollte, die wiederum als Beginn der deutschsprachigen Kriminalliteratur gelten kann. Auf der anderen Seite steht von Schirachs sprachlicher Minimalismus, den man vor allem aus der hart gekochten amerikanischen Literatur kennt, etwa bei Hemingway, Chandler oder Ellis. Die ironische Lakonie zwingt den Text auf das Wesentliche, alles Fehlende wird als klug gesetzte Lücke geadelt und als große Psychologie missverstanden. Letztlich ist es eine Ausrede, die sich seit Jahren auch in der deutschsprachigen Literatur etabliert hat. Voraussetzung ist immer das Bekannte, auf das in treffenden Beschreibungen rekurriert wird: die kaputte Beziehung, das Volksfest, die Prostituierte. Die Leere wird vom Leser mit den eigenen Erfahrungen und Vorstellungen und Klischees gefüllt. Dem werden dann für die Spannung Verbrechen beigeordnet, deren eindeutige moralische Bewertung dem Leser genauso wenig möglich ist wie das Verständnis der Begründung der rechtlichen Verurteilung. Das macht den Grusel der Geschichten von Schirachs aus. Dieser Grusel bestätigt dann das diffuse Gefühl, dass sich die eigene Wahrnehmung von Verbrechen und Strafe nicht im Gesetz und den daraus resultierenden Urteilen niederschlägt. Außerdem leisten seine Stories nicht, was sie ihrer Tradition nach sollten – Verständnis für Recht und Mensch –, weil sie eben nichts Neues erzählen, sondern nur auf abstrakte Vorbilder von Menschen, Milieus und dem Recht aufbauen und diese bloß parabelhaft gegeneinander ausspielen. Einfacher gesagt: Man liest also nur, was man sich ohnehin schon gedacht hat.

Die durchschnittliche Länge einer Geschichte von Schirachs beträgt etwa 16 Seiten. Darin müssten also Mensch, Motiv, Auslöser, Verbrechen, Recht und Strafe dargestellt werden. „In meinen Geschichten sind die Menschen ambivalent, so wie wir alle ambivalent sind“, sagt von Schirach. Das heißt, die Ambivalenz des Menschen, deren Entdeckung wahrlich keinen philosophischen Quantensprung darstellt, wird in den Stories vorausgesetzt, um sie geschickt und spannungsreich einzusetzen. Da sie aber nicht erzählt wird, bleibt sie abstrakt, genauso abstrakt wie die Protagonisten, die gegen ein abstraktes Rechtssystem in Anschlag gebracht werden. Es wird also weder ein tieferes Verständnis der psychischen Veranlagung und Voraussetzung des zum Verbrecher werdenden Menschen dargestellt, da die Gesetze des amerikanischen Lakonismus das verbieten, noch wird dem Leser der Sinn und die Funktionsweise unseres Rechtssystems wenigstens etwas näher gebracht. Einfacher gesagt: Man lernt weder etwas über den Menschen noch das Rechtssystem.

Denn was von Schirachs Geschichten ausmachen, ist ihr naiver Abstraktivismus. Will man die Gesellschaft oder den Menschen oder was auch immer umfassend beschreiben und vielleicht auch erklären, muss man vom Konkreten abstrahieren, wenn man keine unendliche Reihe an Beispielen bringen will. Heraus kommen dann jene intellektuellen Höhenflüge, bei denen man sich getrost fragen kann, welchen Nutzen das für mein ganz konkretes Leben haben soll. Auf der anderen Seite der Skala steht nun aber nicht alleine die rein persönliche Überlegung nach der Verbesserung des eigenen, konkreten Lebens, sondern auch der Wunsch dieses eigene, sinn- und ziellose Leben in einen größeren Zusammenhang einzubetten. Da nun aber die Welt unserer heutigen Zeit keine einfachen übergeordnete Prinzipien mehr zulässt, an denen man sich in jeder der vielfältigen Lebenslagen orientieren könnte, wie es etwa die Religion über Jahrhunderte getan hat, und da die soziologischen Konzepte der gegenwärtigen Gesellschaften und ihrer Entwicklungen in ihrer Komplexität weder ein Verständnis für die eigene Lage und Rolle noch Trost bieten, weicht man auf einfache Abstraktionen zurück: Heimat, Tradition, Werte. Was genau darunter zu verstehen ist, bleibt fraglich und soll es auch bleiben. Denn mit jedem Versuch, diese Begriffe aus dem Jetzt heraus zu verstehen und damit notwendig zu verkomplizieren, würden sie ihre Handhabbarkeit und damit ihr eigentliches Ziel verlieren. Eine zeitgenössische Tautologie geht so: Heimat ist die Liebe zum Volk. Ein Satz, der für jeden etwas anderes und für alle nichts bedeutet. Das Verständnis der Begriffe verharrt in Naivität; man begibt sich freiwillig in die selbstverschuldete Unmündigkeit.

Ein weiteres Beispiel für naiven Abstraktivismus ist Sieben Nächte, das kontrovers besprochene Debüt von Simon Strauß. Darin versucht der Protagonist, durch das Ausleben der sieben Todsünden sich seiner selbst zu versichern und darüber einen neuen Zugang zur Gemeinschaft und zum vitalen Leben zu finden. Gelobt wurde das Buch, weil es etwas fordert, was der jüngeren Generation abhanden gekommen zu sein scheint. Kritisiert wurde es, weil es den einfachen Konzepten und Rhetoriken der neuen Nationalen entspräche. Beides stimmt. Das Geforderte ist an sich nichts Verwerfliches, genauso wenig wie es der Ruf nach Tradition oder Werten ist. Statt allerdings das Konzept der sieben Todsünden tatsächlich ernst zu nehmen, werden diese nur oberflächlich als loser Rahmen über die Berichte der Erlebnisse gelegt, um diesen wenig subtil eine bestimmte Lesart unterzuschieben. Wie Strauß’ im Anschluss einer Lesung sagte, sei er nicht in den theologischen Diskurs eingestiegen. Er hat sich also nicht mit dem Begriff der Todsünde beschäftigt, sondern ihn nur um des Effektes willen benutzt. Damit verweigert er die Kopplung seiner Gesellschaftsdiagnose an die Gegenwart, verweigert die Erläuterung des möglichen Nutzens einer Hingabe in die Sünde und bleibt in abstrakten Begrifflichkeiten und diffusen Wünschen stecken. Diese müssen dann vom Leser, der ebenso naiv nach intensiverer Gemeinschaft dürstet, ergänzt werden. Was übrig bleibt, ist ein naiver Abstraktivismus, eine schnöde Sehnsucht nach mehr Leben, ein leerer Wunsch, den weder der Text noch der Leser zu füllen vermag.

Von Schirach wie Strauß hantieren also vollmundig mit großen, veralteten Begriffen herum, ohne diese argumentativ, narrativ und sprachlich fassen und füllen zu können. Sie wedeln wirr mit juristisch und sehnsüchtig erhobenen Zeigefingern herum, sodass man das Gefühl bekommen könnte, sie wüssten, worauf sie verweisen wollen. Dabei weisen sie bloß auf alles Mögliche – und damit auf nichts. Anders, kürzer. klüger: „[W]o das emotionale Recht der Schwäche diskursiv gewalttätig wird gegenüber den Kompliziertheiten der Politologie, Soziologie, Philosophie, wäre es richtig zu sagen: dieser Stammtischbullshit ist Quatsch. Diese Emotionen sind verblödet. So simpel gehts nicht. Ein bisschen mehr Freude am Faktum Elend der Welt.“ (Rainald Goetz) Bullshit also. Und wo wir schon bei Bullen sind: „Dostoevsky has balls.“ (David Foster Wallace)

Tatsächlich dreht sich bei Dostojewskij alles um die Menschen, besessene Menschen, Spieler und Idioten in Totenhäusern und Kellerlöchern, um einen grünen Jüngling und die Brüder Karamasow; die anderen Sachen, Schuld, Sühne, Verbrechen, Strafe, Terror und Gott, müssen nicht groß, wichtig und plakativ vorne auf die Bücher draufgedruckt werden. Diese Dinge werden bei der Frage, womit denn der Menschen in seiner, dieser elenden Welt so konfrontiert ist, halt mitverhandelt, weil das eben die Grundverhältnisse sind, in denen wir Menschen heute leben: Materialismus, Einsamkeit, Sinnlosigkeit. Da werden die sieben Todsünden nicht mühsam benutzt, um diskursive Räume zu eröffnen, die dann nicht abgeschritten werden, weil man in all dem naiven Abstraktivismus gar nicht mehr weiß, was das mit mir zu tun haben soll, der ich jeden Tag aufs Neue an der konkreten Beschissenheit meines eigenen Lebens in dieser noch viel beschisseneren Welt zu kämpfen habe und mir dabei all- und altbekannte Großbegriffe nicht wirklich weiterhelfen, weil sie nur jämmerliche und weinerliche Selbstbeteuerungen der eigenen Ziel- und Hilflosigkeiten sind, mit denen ich selbst sowieso schon den ganzen Tag, in den ich gezwungen werde, umgehen muss. Der Unterschied: “[T]he really striking, inspiring thing about Dostoevsky isn’t just that he was a genius; he was also brave. He never stopped promulgating unfashionable stuff in which he believed. And he did this not by ignoring the unfriendly cultural circumstances in which he was writing, but by confronting them, engaging them, specifically and by name.” (DFW)

Todsünde? Bei Dostojewskij wird einfach gemordet. Aber der Mord ist nicht Anlass der Erzählung, sondern der Mensch in seinem Elend. Der Mord ist die Konsequenz einer Entwicklungsreihe, beeinflusst von Gedanken, Gefühlen, Gesellschaft und Gott, die auch immer hätte anders verlaufen können. Was uns zu denken gibt. Und weil wir den Mörder im Falle Raskolnikows aus Schuld und Sühne so lange verfolgen, bis er den Mord begeht und weit darüber hinaus, verstehen wir ihn, den Mörder, und haben Mitleid mit ihm und werden uns bewusst, dass es der erste, der eine Gedanke war – warum soll so eine Frau so leben dürfen, und ich muss leben, wie ich es tue? –, der ausgereicht hat, zum Mörder zu werden und dass uns dieser Ursprung nicht fremd ist. Die geistige und emotionale Nähe zu einem Mörder ist ein Grusel höheren und abgründigeren Niveaus, weil es eine nachvollziehbare Konfrontation mit der Ambivalenz des Menschen ist. Das sind Allgemeinplätze in der Darstellung von Dostojewskijs Schreiben. Aber sie sind die Grundlage dafür, dass wir Leser selbst beim Lesen zum Mörder werden.

Dafür kann es in einem Buch von fast 1300 Seiten auch etwa 400 Seiten vorschieben, bis der Mord geschieht und etwa nochmal so lange, bis die Gerichtsverhandlung beginnt, bei der dann zwar jemand schuldig gesprochen wird, wir aber immer noch nicht mit letzter Gewissheit wissen, wer gemordet hat. Das spielt aber keine Rolle.  Denn schuldig sind oder fühlen sich alle drei Brüder Karamasow aus dem gleichnamigen Buch, weil sie alle Grund hatten, ihren Vater umzubringen. Aber die Gründe sind allesamt so verschieden wie die Brüder selbst, von denen keiner gegen den anderen ausgespielt wird, keiner bevorzugt behandelt wird von Dostojewskij, sondern alle drei ihren Atheismus und Glauben, ihre Liebe und Zweifel, ihren Wunsch und die Unfähigkeit zu leben in den Leser schütten, der mit dieser schweren existentiellen Soße erstmal fertig werden muss, bevor er sich entscheiden kann, ob und wer der Brüder einem näher steht, bevor er merkt, dass er bei dieser Frage leider zu keinem Schluss kommen wird. Denn es geht nicht darum, sich auf eine Seite zu schlagen, sondern die Bücher laden zur Identifikation mit ihren Hauptfiguren ein, die nicht auf irgendwelchen Seiten stehen, weil sie lebendige Menschen sind und keine Träger abstrakter Ideen. Deswegen braucht Dostojewskij auch keine Realitätsmarker, die uns ständig entgegenschreien, dass die beschriebene Mordtat sich wirklich einmal zugetragen hat. Die Brüder Karamasow spielen in Viehhofen, einer fiktiven Kleinstadt in der Nähe von Moskau, wie wir nach fast 900 Seiten einmal beiläufig erfahren. Damit wird die Handlung dem Konkreten enthoben und die Konzentration auf die Figuren gelenkt. Und die Figuren sind nach unserem Bilde geschaffen. Wir brauchen also keine weiteren Hinweise ob des Realismus dieser allzu kaputten Leute: „The best of them live inside us, forever, once we’ve met them.“ (DFW) Diese Figuren sind Spielfiguren in einem System, das nicht in der Lage ist, die Wahrheit zu finden. Kein Detektiv, kein Kläger oder Richter kann Klarheit schaffen. Und der Leser, der mit all dem in einem Spiel der Stimmen konfrontiert wird, muss sich selbst befragen. Das ist eine ungeheure Wendung des Kriminalromans, der doch so oft bei Dostojewskij als Genremaske benutzt wird.

Die Figuren sind also nicht bloß realistisch, sondern lebendig. Anfangs der Aufzeichnungen aus dem Kellerloch heißt es vom Autor: „Sowohl der Autor dieser Aufzeichnungen als auch die Aufzeichnungen selbst sind erdacht. Nichtsdestoweniger sind Menschen wie der Verfasser dieser Aufzeichnungen nicht nur denkbar, sondern unausbleiblich, wenn man jene Verhältnisse in Betracht zieht, unter denen unsere Gesellschaft sich gebildet hat.“ Die Gesellschaft diktiert das Figurenpersonal anstatt dass die Texte fordern, von zweidimensionalen Figuren auf eine Gesellschaft zu schließen. Wonach wir heute, nach den Wirrnissen der Postmoderne, dem Anything goes, in dessen Trümmern wir leben müssen, suchen, ist eine Wahrheit, die uns die Welt, wie sie ist, nicht geben kann. Gemäß dem Satz Philip Sidneys, dass eine tatsächliche Wahrheit oft weniger wahrhaftig sei als eine moralische, sind wir bei Dostojewskij, der in seinen Romanen keine tatsächliche Wahrheit behauptet, alleine mit einer verlorenen moralischen Wahrheit konfrontiert, an denen die Figuren, die damit Verkörperungen von wahrscheinlichen Wahrheiten sind, ebenso kranken wie wir Leser. Diese Lücke füllt Dostojewskij mit den Sinnangeboten seiner Figuren statt mit den naiven Begriffen höherer Wahrheiten, die wir verloren haben. Er findet sich nicht damit ab, von der eigenen Sinnlosigkeit gelangweilt nach einer Wahrheit zu rufen, sondern geht von dieser Leere aus, richtet sich in ihr ein, um diesen Widerspruch zwischen Welt und Leben zu ertragen. „Aber vielleicht“, so schreibt Albert Camus, „hat das große Kunstwerk weniger Bedeutung an sich als durch die Bewährung, die es von einem Menschen verlangt, und die Gelegenheit, die es ihm bietet zur Überwindung seiner Gespenster und zur weiteren Annäherung an seine nackte Wirklichkeit.“

Was aber heißt: Annäherung an seine nackte Wirklichkeit? Es heißt nichts weniger als die Annäherung an die Wahrheit, wenn es denn eine solche gibt. Und die Wahrheit ist, das gilt heute vielleicht mehr denn je, dass wir gelangweilt sind. Deswegen hat Simon Strauß sein Buch geschrieben, um das mal anzusprechen und die jüngere Generation, die er im Blick hat, aufzuwecken. Aber warum so selbstgefällig? Warum aus der Tatsache, dass man da was gesehen hat, sich über die anderen erheben, die den Schuss noch nicht gehört haben? Ein Buch von einem findigen Lektor angeboten bekommen und es dann auch zu schreiben, weil man als privilegierter Theaterkritikredakteur glaubt, mehr zu sagen zu haben, das ist nichts anderes als ein Ausdruck der Langeweile, in der auch er feststeckt. Oder sich als Anwalt auf das Wissen um das Recht zurückziehen und von oben herab mit kleinen Geschichtchen darauf hinzuweisen, wie übel der Mensch sein kann, einfach so, weil man es kann, ist, würde man es im Gespräch in einer Kneipe tun, nicht weniger als schäbig. Denn das bringt uns nicht weiter. Aber die Langeweile hört auf, wo es ernst wird. Und wer nicht die Eier hat, es ernst zu meinen, weil er zu viel Wert auf das legt, was man verlieren kann, seine Würde, sein Ansehen, sein Können, der hat nichts zu sagen, was über seinen eigenen Horizont hinausweisen würde. „Jeder, der gesündigt hat, hat sich damit an allen versündigt, und jeder Mensch ist irgendwie an der Sünde der anderen mitschuldig. Eine vereinzelte Sünde gibt es nicht“, lässt Dostojewski Stawrogin in den Dämonen schreiben. Damit meint er auch niemanden weniger als sich selbst; bei sich fängt er an. Deswegen meint er auch den Leser, uns, die wir besserwisserisch, vor Kraft strotzend, arrogant über alle herfallen, die etwas wagen, die in München vor dem Bahnhof stehen und Kuscheltiere an Geflüchtete verschenken, die auf irgendwelchen Demos sinnlos spazieren gehen oder die Impertinenz besitzen, sich nicht abgeklärt über Debattenbeiträge von zweifelhafter Notwendigkeit lustig zu machen und den Durchblicker spielen. Denn wir sind alle an allem schuld, nicht, weil wir gelangweilt sind oder weil wir Böses tun, sondern weil wir Menschen sind. Das zu erkennen und anzunehmen, könnte etwas auslösen, was nachhaltiger ist, als ein guter Grusel oder ein öder Ennui. Und falls es jemandem helfen sollte, Dostojewskij war auch nicht besser als andere, nur hat er sich nicht darüber mokiert, sondern war davon tief getroffen.

kmmtr

1 Kommentar

  • Samuel Hamen

    siehe auch: eine Kritik von „Strafe“, dem neuesten Erzählband von FvS

    http://ltrtr.de/2018/04/das-versagen-der-empathie-ueber-ferdinand-von-schirachs-erzaehlband-strafe/

  • kmmtr schreiben

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