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Kritik

Keep müde and munter on. Über Yoko Tawadas Roman „Sendbo-o-te“

Auf einer Wiese hat er noch nie gespielt, der junge Mumey. Aber in seinem Innern hat er sich das Bild von einer „Wiese“ gemalt, das ihm als Ersatz dient. Immerhin. Seinen herbeiphantasierten Rasen hegt und pflegt er wie ein eifriger... Weiterlesen

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Schlafwandler oder Stratege? Oder Norbert Gstreins Roman „Als ich jung war“

Die Ethik der Geheimniskrämerei, um die es in Norbert Gstreins neuem Roman geht, hat vor mehr als zweihundert Jahren die Dichterin Sophie Tieck-Bernhardi präzise erfasst. 1810 schreibt sie in einem Aufsatz mit dem Titel... Weiterlesen

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Kieler Allerlei. Über Axel Milbergs Roman „Düsternbrook“

Nach der Lektüre von Axel Milbergs „Düsternbrook“ weiß der Leser so einiges: Der Platzwart vom Tennisclub hieß von Moltke und mochte Weißweinschorlen. Als der kleine Axel an der Ostsee war, steckte er sich einen Stein ins... Weiterlesen

Kritik

In den Fängen der Menschenhändler. Über Jorge Zepeda Pattersons Thriller „Milena“

Jubel wäre unter den „Drei Fragezeichen“ ausgebrochen, hätten sie sich in Jorge Zepeda Pattersons Szenario wiedergefunden. Der Fall, den der mexikanische Schriftsteller in seinem Roman „Milena“ ausbreitet, nimmt... Weiterlesen

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Atemlos durch das Jahr. Über Herbert Kapfers Roman „1919“

Am 7. Juli 1987 besuchte der Herausgeber und Autor Fritz J. Raddatz seinen Schriftstellerkollegen Walter Kempowski. Nach dem Treffen notierte Raddatz in seinem Tagebuch: „Dann zeigte er mir sein vollkommen absurdes, tickhaft... Weiterlesen

Kritik

Wie wir leben werden. Über Sina Kamala Kaufmanns Erzählband “Helle Materie”

Ronja, Paul, Jannik, Timo oder Lotte – ihre Figuren heißen, als seien sie einem Hauptstadt-Roman entlaufen und würden jeden Augenblick anfangen, über bodentiefe Fenster oder Bräunungsmittel für Parkettböden zu sprechen.... Weiterlesen

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Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (5) — Guy Rewenig, „Mass mat dräi Hären“

Es brennt im Luxemburg der 80er Jahre: die Stahlindustrie siecht dahin, der Sozialismus ebenso. Cattenom und der Kalte Krieg wetteifern darum, wer das Land als erster verstrahlt. Revolutionskünstler machen Werbung für den Staat,... Weiterlesen

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Lost in Identität. Über Dilek Güngörs Roman „Ich bin Özlem“

Der Wochenendausflug auf Usedom mündet im Debakel. Während die Kinder schlafen, sitzen die lose befreundeten Eltern im Wohnzimmer des Ferienhauses und schlittern in den Affront. Von Brennpunktschulen mit hohem Ausländeranteil ist die... Weiterlesen

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Die Schuld vom Lande. Über Jochen Veits Roman „Mein Bruder, mein Herz“

Zugegeben, Jochen Veits Debüt mutet auf den ersten Blick harmlos an. Der Titel, die Gestaltung des Umschlags, die Inhaltsangabe – als Leser meint man zu wissen, was einen in „Mein Bruder, mein Herz“ erwartet: eine... Weiterlesen

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„Jetzt ist man Luft, schlechte Luft!“ Eine biographische Annäherung an Ulrich Boschwitz

In Zeiten von Erasmus-Austausch und Schengen-Abkommen klingt Ulrich Boschwitz’ Reise wie eine gelungene Studienkarriere: von Berlin nach Skandinavien, dann einen Sommer lang an die Pariser Sorbonne und zu Erholungszwecken nach Luxemburg.... Weiterlesen

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Der Zeichner, der in die Kälte kam. Über Elisa Shua Dusapins Roman „Ein Winter in Sokcho“

Als spiele er die Hauptrolle in einem Nouvelle-Vague-Streifen von Jean-Luc Godard, so steht er da, der Held des Romans, verloren, im Wollmantel, am Empfang einer Herberge im südkoreanischen Sokcho: „Mit gelangweilter Miene fragte er... Weiterlesen

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Okay und hübsch durch den Tag kommen. Über Philippe Garniers Essay „Lob der Lauheit“

In ihrem Song Heaven kürten die Talking Heads das Nicht-Ereignis 1979 zum paradiesischen Moment: „Heaven, heaven is a place, a place where nothing, nothing ever happens. It’s hard to imagine that nothing at all could be so exciting,... Weiterlesen

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Pen-&-Prosa. Über Apokalyptik als Denkfigur am Beispiel vom AKW Cattenom

„hold tight, get a grip, the whole world is going to hell“ (Get well soon) 2014 schrieb die Literaturwissenschaftlerin Eva Horn in ihrer kulturwissenschaftlichen Studie Zukunft als Katastrophe, dass „der apokalyptische Ton,... Weiterlesen

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Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (4) — Jean Sorrente, „Le Vol de l’aube“

Jean Sorrentes „Le Vol de l’aube“ (1995) erzählt von den belgischen Gebrüder Maintes, die sich 1939 freiwillig zur Wehrmacht melden. Wie man mit offenen Augen ins Unglück rennen und dabei gleichzeitig den Kopf in den Sand stecken... Weiterlesen

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Im Dreieck springen oder Wer gewinnt den Funktionskampf der Literatur?

Ein schönes Wort: Verlustzusammenhang. Im Juni 2017 schickte die Literaturzeitschrift Volltext ihren Fragebogen „Zum Geschäft der Literaturkritik heute“ an Andreas Breitenstein. Auf die Frage nach den größten Herausforderungen... Weiterlesen

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Nachts, halb vier in Deutschland. Über Max Wolfs Roman „Glücksreaktor“

Nachts, halb vier in Deutschland, im Sommer 1994: Fred tanzt, trinkt und schluckt Pillen. Voller Elan stürzt sich der 17-Jährige in das für ihn neue Nachtleben mit all seinen Versprechen – und wird im Laufe weniger Monate ebenso... Weiterlesen

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Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (3) — Roger Manderscheid, „Die Dromedare“

1973 erschien der „erste modernen Roman aus Luxemburg“, in dem der triste Büroalltag der Nachkriegsgesellschaft auf die sprachliche Experimentierfreudigkeit der Nachkriegsliteratur trifft. Hinter dem exotisch anmutenden Titel verbirgt... Weiterlesen

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Den Schuttberg erklimmen. Über Heinz Helles Roman „Die Überwindung der Schwerkraft“

„In diesem Augenblick erkannte A. wohl, daß er die Welt nie in den Griff bekommen würde.“ (Paul Auster, Die Erfindung der Einsamkeit) Der große Bruder in Heinz Helles Die Überwindung der Schwerkraft hätte das Zeug gehabt, ein... Weiterlesen

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Die Verkalkung. Von den Restbeständen des Pop-Journalismus

Winter 2018: Die Spex stirbt. Und Moritz von Uslar setzt folgenden Tweet ab: In der Welt der sicher nicht doofen Margarete Stokowski gibt es keinen Fun und keine Ironie. Und die gesamte Popkultur, von der ich komme – Iggy Pop, Sex... Weiterlesen

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„Die einfachsten Silben sind das“. Über Maruan Paschens Roman „Weihnachten“

Den tottraurigen Weihnachtsopa dürften die meisten noch im Gedächtnis haben. 2015 erregte die Werbung von Edeka die Gemüter, weil ein vereinsamter Großvater seinen Tod vortäuschte, um die Familie endlich wieder zusammenzubringen.... Weiterlesen

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Der Nachbar in der Sitzreihe 63. Über Christina Viraghs „Eine dieser Nächte“

„Airport 77“, „Mayday – Katastrophenflug 52“, „Blitzschlag im Cockpit“, „Snakes on a Plane“ – seit Jahrzehnten produziert Hollywood einen Flugzeug-Katastrophen-Film nach dem anderen. Seit... Weiterlesen

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Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (2) — Nikolaus Hein, „Der Verräter“

Nikolaus Heins klassische Novelle spürt dem Ursprung des modernen Luxemburg in der Belgischen Revolution von 1830 nach – und findet lauter Menschen, die Holländer, Belgier oder Preußen sein wollen. Nur ihr tragischer Held Matthäus... Weiterlesen

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„Ich hab versucht, alles zu erklären, irgendwie.“ Über Christian Torklers Roman „Der Platz an der Sonne“

Fast wäre man auf den ersten Seiten gewillt, Christian Torklers „Der Platz an der Sonne“ als einen der berüchtigten Berlin-Romane zu lesen, die alle öffentlich verdammen und heimlich lesen: „Die schlimmste Zeit in... Weiterlesen

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Mediebëtzeg 5/6: Stressfräi mam Télécran

An dëser Mediebëtzeg-Kolumne werfe mir ee Bléck op eng Zäitschrëft, déi op all zweetem Kichendësch läit: den Télécran. Mol gëtt se gelatzt duerchgebliedert, während ee waart, datt de Senseo-Kaffi duerchgelaf ass. Mol luusst ee... Weiterlesen

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Gastbeitrag: Bücher, die die Welt nicht kennt (1) — Claudine Muno, „Frigo“

Literatur aus Luxemburg ist ein gut gehütetes Geheimnis, selbst in Luxemburg. Der Podcast „Bücher, die die Welt nicht kennt“ möchte dieses Geheimnis ein klein wenig lüften und lädt jeden zweiten Monat dazu ein, (ältere)... Weiterlesen

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