alleliterarischesGesprächKommentarKritik
Kommentar

Literatur im safe house. Eine (tendenziöse) These zur Literaturkritik

1889 gaben zwei deutsche Schriftsteller ihr auf Deutsch geschriebenes Theaterstück Papa Hamlet als die Übersetzung eines norwegischen Dramas aus. Sie erfanden dafür einen Autor mit skandinavisch klingendem Namen, Bjarne P. Holmsen,... Weiterlesen

Kritik

Kleinstädtische Schaufensterpuppen. Über Steven Millhausers Erzählband „Stimmen in der Nacht“

Die amerikanische Kleinstadt gilt als Ort der Normalität, als das juste milieu, in dem sich der kleine Neid und die große Üblichkeit eingerichtet haben. Zugleich ist es oft die Kleinstadt, in der etwas aus dem Lot gerät. In seinem... Weiterlesen

Kritik

Das Versagen der Empathie. Über Ferdinand von Schirachs Erzählband „Strafe“

Ferdinand von Schirachs Erzählungen lassen sich gut beschreiben, indem aufgezählt wird, was sie alles nicht leisten: Es wird keine emotionale Nähe zu den Figuren gestiftet, es gibt weder einen ausschweifenden Witz noch heitere Anekdoten... Weiterlesen

Kommentar

Mono oder Multi? Über die Sprachendebatte in Luxemburg

Die luxemburgische Sprache ist in aller Munde. Die Petition 698, die über die offizielle Petition-Prozedur des luxemburgischen Parlaments eingereicht wurde, schreibt sich die Aufwertung der luxemburgischen Sprache auf die Fahnen. Es soll... Weiterlesen

Kritik

Surfen lässt sich nur an der Oberfläche. Über Josefine Rieks Debütroman „Serverland“

War die Tankstelle einer der mythischen Räume, an dem der Zeitgeist des vergangenen Jahrhunderts offenbar wurde, so ist der Serverraum einer der Orte, an denen das 21. Jahrhundert paradigmatisch wird. Das Brummen der Algorithmen, die... Weiterlesen

Kritik

Endlich mal kein Geschichtenerzähler. Über Lorenz Justs Erzählband „Der böse Mensch“

In (Markt-)Zeiten, in denen der gähnend-gängige 220-seitige Roman mit seiner leicht kaubaren Zeitgenossenschaft Erfolge feiert, ist es gewagt, sich als Debütant für Erzählungen zu entscheiden. Mit „Der böse Mensch“ geht der 1983... Weiterlesen

Kommentar

Der Wechsel der Ikonographie. Wie Migration, Klimawandel und Terrorismus unsere Zeichen verändern

1 In einem Essay auf dem diaphanes-Blog denkt Mário Gomes über Gewalt, Ästhetik und die Durchsetzung neuer „schöner“ Normen nach. An einer Stelle schreibt er über ein Foto, das einen „El País“-Artikel zum Drogenkrieg... Weiterlesen

Kommentar, literarisches

In weiter Ferne lauter Licht. Auf der Ile d’Ouessant

Die Farbe des Meeres vor Ouessant ist die erste Herausforderung. Hier, gut 20 Kilometer vor der westfranzösischen Küste, gewinnt die Landschaft plötzlich an Tiefe, Kontur und Sattheit. Im Hafen von Le Conquet, von wo aus wir in die... Weiterlesen

Kommentar, literarisches

Latzebuerg. Über das Dösen und Dahinleben

„Understand the lay of the land.“ Feist Es beginnt im Doppeldeckerbus. Auf der Fahrt nach Luxemburg sitzen zwei Männer vor mir, oben in der ersten Reihe, gleich vor den Panoramafenstern. Der Bus passiert die Grenze, und bei der ersten... Weiterlesen

Kommentar

Im Hypermarkt der Gegenwartsliteratur. Über die „rich kids of literature“

Anfang des Jahrtausends schrieb der Lyriker Thomas Kling in seinem Essayband Botenstoffe darüber, was für ihn notgedrungen zu seiner Arbeit dazu gehöre: „Ein Image muß her; Marketing zählt.“ Das ist 17 Jahre her, aber wer sich... Weiterlesen

literarisches

Zweitausendnaunddreißig

Eins Auf den Autobahnen waren die Abstände längst nicht mehr einhaltbar. Die Lust zu hupen nahm zu, und ab und an ärgerten wir uns noch über eine Sonne, die zu tief stand für unsere Augen. Zuletzt verfuhren wir uns aus Gewohnheit,... Weiterlesen

Kritik

Den Zeitenwind in Worte fassen. Über Amitav Ghoshs Essay „Die große Verblendung“

Was gibt es vermeintlich Harmloseres als Smalltalk über Sonne, Nässe und Wind: „Wieder so viel Nebel. Immer noch Regen. Ach, diese Hitze!“ Im Supermarkt, vor dem Nachbarzaun, am Telefon – nur zu gerne reden wir wie Meteorologen vor... Weiterlesen

Gespräch, literarisches

Unterhaltung mit einem Toten. Roger Manderscheid im Collage-Gespräch

Am 1. Juni 2010 ist der Autor, Zeichner und Radiostückeschreiber Roger Manderscheid gestorben. Er gilt als einer der maßgeblichen Autoren der Nachkriegszeit, der die luxemburgische Literaturszene wie kein anderer geprägt, belebt und... Weiterlesen

Kritik

Im Schlack der Genres. Über Pascal Richmanns Debüt „Über Deutschland, über alles“

Zuerst: Selten habe ich ein durchgängig so nerviges Buch gelesen, selten einen Autor mit mehr Eifer als Unsympathen und Schwadroneur verflucht. Zugleich waren wenige Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe, so umsichtig, clever und... Weiterlesen

Gespräch

Ulrich Holbein: Interviews 1994 – 2012

Ulrich Holbein wurde 1953 geboren. Er hat Sozialpädagogik und freie Malerei studiert. Seit 1989 veröffentlicht er Texte. Darunter Romane, die nur aus Zitaten bestehen, Essays, die sich um alles Mögliche drehen, eine Doppelbiografie... Weiterlesen

Kritik

Kassandras Standard. Über Omar El Akkads Roman „American War“

Nie war es leichter, sich als Prophet zu gebärden, nie billiger, vom Ende des Friedens, des Westens oder gleich der ganzen Welt zu künden. Ein wenig Krise, dazu Krieg samt seinen Unwägbarkeiten, mittendrin Figuren, die straucheln und... Weiterlesen

Kommentar

Vernichten, verzehren, verramschen: Über den Umgang mit Text

Robert Musil, 1914: „Würde man in Kilometern Zeilenlängen oder Kilogrammen Papier ausdrücken, was allein in Deutschland jährlich veröffentlicht wird, sähe man ohneweiteres, daß man es mit einem der seltsamsten sozialen Gebilde zu... Weiterlesen

Gespräch, Kritik

Kritik vun „Das deutsche Krokodil“ a Gespréich mam Auteur Ijoma Mangold

Samuel Hamen zuerst erschienen als Kulturdossier bei:  ... Weiterlesen

Kritik

Papperlapathos. Über Simon Strauß‘ Manifestroman „Sieben Nächte“

Es ist ein willkommenes Buch, für alle, auch für Kritiker, die es sich zu einfach machen (wollen), die im Buch nur die falsche, hysterische, hyperaktive Artikulation eines Wohlstandskindes sehen, das sich auflehnt, ein erstes, ein... Weiterlesen

Gespräch

Lesung von und Gespräch mit Marcel Beyer

  Weitere Informationen auf der Seite vom Institut Pierre Werner // Video und Foto: (c)... Weiterlesen

Kritik

Die Schrulle hat System. Über Francis Neniks Buch „Die Untergründung Amerikas“

Ein Buch nicht zusammenfassen zu können – das deutet meistens auf eine zähe Lektüre hin, auf eine klobige, verfahrene Geschichte. Mitunter kann die Unmöglichkeit, einen Text zu paraphrasieren, aber auf dessen beharrliche... Weiterlesen

Kritik

Vom Verlust und vom Lesen. Über Ali Smiths Buch „Wem erzähle ich das?“

Am Beginn steht die Not: „Das volle Jahr und der Tag waren verstrichen, und ich wusste mir noch immer keinen Rat.“ Die Ich-Erzählerin hat ihre Lebenspartnerin verloren, seit einem Jahr trauert sie und versucht, wieder zu sich zu... Weiterlesen

Kommentar

Against Storytelling oder Eine neue nationale Erzählung für Luxemburg

Der erste Satz von Tolkiens „Der Hobbit“ lautet: „In einem Loch im Boden lebt ein Hobbit.“ Hiermit sind die Gesetze dieser Welt definiert: Es gibt Wesen, die Hobbits heißen. Und es gibt Häuser, die in den Boden hineingebaut sind.... Weiterlesen

Kommentar

Schöne Kunst kann grausam sein. Über den Hellersdorfer Literaturstreit um Eugen Gomringers Gedicht „avenidas“

Nach Sexismus-Vorwürfen soll an der Berliner Alice Salomon Hochschule eine Fassade umgestaltet werden, die das Gedicht „avenidas“ von Eugen Gomringer trägt. Die Medien schalten reflexhaft auf Eskalation, viel ist von Zensur,... Weiterlesen

Kommentar

Blogkritik … oder: Mal Waffe, mal Watte

Was Barbara Schöneberger für Moderationen ist, ist Gottfried Benn für Zitate: die Allzweckwaffe, die immer irgendwie den Ton trifft. Auch zum problematischen Verhältnis zwischen Gewalt und Kunst hatte der Lyriker und Essayist ein... Weiterlesen

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